Neurofeedback bei ADHS © Neurofeedback Liezen

Training bei ADHS


ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit/Hyperaktivitäts-Störung)


Bei ca. 3-7% der Kinder im Vorschul- und Schulalter wird ADHS diagnostiziert. Wissenschaftler beschreiben ADHS als neurobiologisch heterogenes Störungsbild mit Dysfunktion im Regelkreis verschiedener Hirnregionen auf dem Boden einer Neurotransmitterfunktionsstörung im dopaminergen System. Aufgrund dieser messbaren Dysfunktionen ist ADHS ein Indikationsgebiet, welches sich für die Behandlung mit Neurofeedback regelrecht anbietet. Es gilt als eines der besten erforschten Anwendungsgebiete für Neurofeedback.


Bei der Entstehung von ADHS haben genetische Faktoren eine grosse Bedeutung aber auch Frühgeburtlichkeit, Alkohol, Nikotin oder anderer Drogenmissbrauch während der Schwangerschaft und cerebrale Verletzungen/Erkrankungen können zu einem ähnlichen Erscheinungsbild führen. Verstärkende oder begleitende Ursachen können psychologischer und/oder sozialer Natur sein.



Man unterscheidet drei ADHS-Subtypen:

  1. Die vorwiegend hyperaktive-impulsive Form, bei welcher eine motorische Unruhe, ständiges Stören und Unterbrechen anderer als Störfaktoren im Vordergrund stehen. Unaufmerksamkeit ist bei diesem Typ weniger vorhanden.

  2. Die vorwiegend unaufmerksame Form hat als Hauptproblematik Vergesslichkeit, leichte Ablenkbarkeit und schlechte Konzentration.

  3. Die Mischform ist gekennzeichnet von starker Impulsivität, deutlicher Unaufmerksamkeit und ausgeprägter Hyperaktivität.

Studien scheinen darauf hinzudeuten, dass Neurofeedback bei den Subtypen zwei und drei grössere Wirksamkeit erzielt. Die Ausprägung kann bei allen Formen in Ausprägung und Intensität sehr unterschiedlich sein. Bei starker Intensität wird in der Regel Methylphenidat als Wirkstoff (Produkte wie Ritalin) eingesetzt. Methylphenidat ist ein Aufputschmittel, welches keine Abhängigkeit erzeugt. Auf den ersten Blick erscheint es widersprüchlich, einem zu aktiven Kind noch ein Aufputschmittel zu geben. ADHS wird aber unter anderem erklärt mit ein "zu wenig mit

Reizen konfrontiertes Gehirn" und das Aufputschmittel führt dazu, dass diese gefühlte Unterauslastung abgestellt wird. Das kompensierende Verhalten im Sinne der eigenen Schaffung von Reizen durch den oder die Betroffenen wird durch das Medikament ersetzt.

Problematisch ist, dass das Medikament nicht nebenwirkungsfrei ist und zudem nur wirkt, so lange es dauerhaft eingenommen wird. Studien haben gezeigt, dass es negative Auswirkungen auf die Bildung von Plastizität des Gehirns haben könnte. ADHS ist dabei keinesfalls nur ein Phänomen was Kinder und Jugendliche betrifft. In einem signifikanten Anteil an Patienten bleibt es auch im Erwachsenenalter bestehen.


Der Grad der wahrgenommenen Störung ist insbesondere bei ADHS natürlich auch vom Umfeld abhängig. Es besteht eine Wechselwirkung zwischen Umwelt und Patient, die bei Überforderung auf beiden Seiten schnell zu einem Teufelskreis werden kann. Unser Standpunkt ist, dass die Gabe von Medikamenten ihren berechtigten Platz in der Therapie hat, aber immer das letzte Mittel der Wahl bei einem ganzheitlichen Ansatz sein sollte.


Dem entsprechend bieten wir für Sie oder für Ihr Kind eine umfassende Betreuung, die neben der psychotherapeutischen Begleitung auch das ganze Umfeld – wo nötig – einbezieht. Zum Beispiel in der Beratung von Eltern, Lehrpersonen, Heilpädagogen und in der Zusammenarbeit mit Schulpsychologen, Ergo- und Psychomotoriktherapeuten und anderen Beteiligten. Bei so vielen Personen rund um das Kind, macht es Sinn, sich auf ein gemeinsames Verständnis der Belastungssituation und auf erreichbare Ziele für den Betroffenen zu einigen.


Gerne nehmen wir uns dieser Verantwortung an und versuchen Sie als Eltern in der Vermittlerrolle zu entlasten, unterstützen, begleiten. Wenn Sie als Erwachsener an ADHS/ADS leiden und sich neben der Therapie ebenfalls eine Unterstützung wünschen, dann sind wir auch an dieser Stelle gerne in Form eines Coachings für Sie da.